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Trio Usignolo (Nachtigall-Trio)

Traudl Schmaderer, Gesang
Constanze Betzl, Flöte
Peter Ernst, Gitarre

Trio Usignolo - die Reverenz an den wohl vielseitigsten und brillantesten Sänger der Vogelwelt ist den drei Musikern, die im Jahr 2003 ihr erstes gemeinsames Konzert gaben und heute in den Konzertsälen im In- und Ausland präsent sind, Programm und Verpflichtung zugleich. Führen wir uns einen Ausschnitt des Kapitels zu Gemüte, das „Brehms Tierleben“ dem gefiederten Virtuosen widmet:

„Der Schlag, welcher der Nachtigall vor allem anderen unsere Zuneigung erworben hat und den aller übrigen Vögel an Wohllaut und Reichhaltigkeit übertrifft, ist so ausgezeichnet und eigentümlich, es herrscht in ihm eine solche Fülle von Tönen, eine so angenehme Abwechslung und eine so hinreißende Harmonie, wie wir in keinem anderen Vogelgesange wieder finden. Mit unbeschreiblicher Anmut wechseln sanft flötende Strophen mit schmetternden, klagende mit fröhlichen, schmelzende mit wirbelnden; während die eine sanft anfängt, nach und nach an Stärke zunimmt und wiederum ersterbend endigt, werden in der anderen eine Reihe Noten mit geschmackvoller Härte hastig angeschlagen und melancholische, den reinsten Flötentönen vergleichbare, sanft in fröhlichere verschmolzen. Manche Strophen werden wirklich mit so viel Gewalt hervorgestoßen, dass ihre gellenden Töne dem Ohre, welches sie ganz in der Nähe hört, wehe tun. Am feurigsten tönt der Schlag, wenn die Eifersucht ins Spiel kommt; dann wird das Lied zur Waffe, welche jeder Streiter bestmöglich zu handhaben sucht.“

So weit Alfred Brehm. Seine Hommage an die Nachtigall ist vor etwa 140 Jahren entstanden; sie könnte ebenso gut dem klangforscherischen und -erzeugenden Eros des Trio Usignolo gewidmet sein. Auch Traudl Schmaderer (Sopran), Constanze Betzl (Flöte) und Peter Ernst (Gitarre) suchen mit Vorliebe jene musikalischen Zwischenbereiche auf, in denen Schönheit und Melancholie untrennbar ineinander verschlungen sind – wie etwa bei John Dowlands Lied „Flow My Tears“ oder Jean Sevriens „Trelegie“, die ihrer Debut – CD ihren Namen gegeben hat.

Auch ihnen ist jene von Brehm gerühmte „Fülle des Wohllauts“ Verpflichtung, ebenso das Feuer des Ausdrucks, wenn „die Eifersucht ins Spiel kommt“ – wie etwa bei Vivaldis Kantate „All‘ ombra di sospetto“. Auch sie oszillieren zwischen Fröhlichkeit und Klage – wie etwa bei Albert Roussels „Rossignol, mon mignon“, einem Zwiegespräch zwischen einer glücklichen Nachtigall und einem verlassenen Liebhaber. Und auch sie bevorzugen den raschen, manchmal jähen Wechsel der Stimmungen und Timbres – wie bei Ernesto Corderos Liedern.

Das Repertoire des „Trio Usignolo“ umfasst Werke, deren zeitliche Bandbreite vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert reicht. Nicht alle dieser Werke sind ursprünglich für diese aparte Besetzung geschrieben worden. Aber alle klingen sie in dieser Besetzung – Brehm würde sagen: „Hinreißend.“
(c) Verena Joos

Trio Usignolo - Nightingale Trio
The reverence offered to this most versatile and brilliant singer in the ornithological world is both programmatic as well as obligative in its timbre spectrum for these three musicians who have been performing successfully nationally as well as internationally since 2003. Let us reflect upon an excerpt about the feathered virtuoso mentioned in "Brehm's Animal World".

The guttural strokes uttered by the nightingale with its astonishing versatility and richness of sound and melody has made it the most popular and beloved bird. With indescribable grace, softly fluting verses alternate with smashing outbursts, wailing with exulting, melting with whirling. While one phrase begins softly, gradually developing to a climax and ebbing out again, the next will begin with a series of strong attacks, melting into soft and melancholic tunes. Some outbursts are so loud and intense as to actually seem painful in immediate proximity. Yet the utterances become most fiery when jealousy is involved: then the song becomes a weapon which is to be handled as skilfully as possible.

Though Brehm's homage to the nightingale was written 140 years ago, it could very well describe the actual timbre inherent to the Trio Usignolo. Traudl Schmaderer (soprano), Constanze Betzl (flute), and Peter Ernst (guitar) also search for the interaction of musical spheres intertwining beauty and melancholy as demonstrated in John Dowland's "Flow My Tears" or Jean Sevriens' "Trelegie", lending its title to their Debut CD.

The trio's commitment to Brehm's praise of "richness of sound" and "fiery expression when jealousy is involved" is demonstrated in Vivaldi's cantata "All Ombra di Sospetto". They also oscillate between joy and sorrow as in Roussel's "Rossignol, mon mignon", a dialogue between an exultant nightingale and an abandoned lover. Furthermore, they also have a preference for sudden, occasionally drastic changes of moods and timbres, just as in Cordero's songs.

Trio Usignolo's repertoire includes works from the late Middle Ages up to the 21st century. Not all compositions have been originally written for this unique ensemble, but all sound, as Brehm would say," overwhelming".
(c) Verena Joos
Translation by Constanze Betzl

Traudl Schmaderer studierte zunächst an der Staatlichen Hochschule für Musik in München Klavier, Gesang und Violine. Nach dem zweiten Staatsexamen folgte eine private Gesangsausbildung bei Adalbert Kraus in München und Nurit Herzog-Gorén sowie bei Edith Mathis. Die Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes feierte nach zahlreichen Konzert- und Oratorienauftritten in Europa im Jahr 1993 mit „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn ihr Debüt in den USA. Sie wirkte u.a. bei Uraufführungen zeitgenössischer Musik, bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Einspielungen mit. Seit 2002 hält Traudl Schmaderer einen Lehrauftrag  an der Musikhochschule Frankfurt/Main inne.
www.traudlschmaderer.de

Constanze Betzl
wurde in Hamburg geboren und wuchs in Kanada auf. Ihre Studien in Deutschland bei Prof. Jean-Claude Gérard und in Kanada bei Timothy Hutchins schloß sie als Stipendiatin mit einem Master's Degree of Music in Montréal ab. Musikalisch besonders prägend waren die Begegnungen mit Leonard Bernstein und  Sir Georg Solti, unter deren Leitung Constanze Betzl im Schleswig-Holstein Musikfestival-Orchester spielte. Als Mitglied verschiedener Kammermusikensembles, insbesondere dem trioMOTION und dem Minimal Music Ensemble „in process“, wurde sie mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, verbunden mit einer internationalen Konzerttätigkeit und zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen.

Peter Ernst hat sich als hervorragender Interpret von Solo- und Kammermusik einen Namen gemacht. Bei internationalen Solo- und Kammermusikwettbewerben in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich wurde er vielfach ausgezeichnet. Peter Ernst hat zahlreiche CDs eingespielt, u.a. für Thorofon Classics und das amerikanische Label Artek Records. Ein DAAD Stipendium ermöglichte ihm das Studium bei Sharon Isbin an der New Yorker Juilliard School. In Deutschland zählen Michael Tröster, Wolfgang Lendle, Dieter Kreidler, Thomas Müller-Pering und Jürgen Ruck zu seinen Lehrern.
www.peterernst.net

 

in english english Version

Traudl Schmaderer initially studied piano, voice and violin at the “Staatlichen Hochschule für Musik“ in Munich. After  the second state examination, she continued  private voice lessons with Adalbert Kraus in Munich, Nurit Herzog-Gorén and Edith Mathis. The recipient of the Richard- Wagner-association  scholarship celebrated her American debut with Joseph Haydn's „Die Schöpfung“ in 1993 after numerous concert performances  and oratorios throughout Europe. She has performed many premieres of contemporary works as well as participated in various CD and radio productions. Traudl Schmaderer has been teaching at the „Musikhochschule Frankfurt/Main“ since 2002.
www.traudlschmaderer.de

Constanze Betzl was born in Hamburg and grew up in Canada. Her flute studies in  Germany with Prof. Jean-Claude Gérard and as a full scholarship recipient in Canada with Timothy Hutchins led to a Master's Degree of Music in Montréal. Her orchestral experience with the conductors Leonard Bernstein and Sir Georg Solti in the Schleswig-Holstein music festival orchestra was profoundly influencial for her musical development. As member of several chamber music ensembles, among them trioMOTION and the minimal music ensemble „in process“, she has received several prizes and awards leading to an international career including numerous television and radio broadcasts.

The guitarist Peter Ernst is widely recognized and celebrated for his interpretations of solo and chamber music. He received many international prizes for  both solo- and chamber music competitions in Germany, Italy, France and Spain. Peter Ernst has recorded numerous CDs,  some of which were produced by the Thorofon Classics and the American Artek Records labels. As a full scholarship holder, Peter Ernst studied with Sharon Isbin at the Juilliard School in New York. His teachers in Germany were Michael Tröster, Thomas Müller-Pering, Dieter Kreidler and Jürgen Ruck.
www.peterernst.net